Identität

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Manchmal trifft man auf bestimmte Personen, die einen unbewusst anziehen. Sie haben eine außergewöhnliche Aura an sich, sodass man sie einfach bemerken und ansprechen muss. Denn tut man es nicht, so stellt sich am Ende dann doch die Frage, was sich für interessante Dinge ergeben hätten.

Ähnlich ging es mir vor ein paar Tagen, als ich alleine vor meinem mit Schokostreußel verziertem  Cappucino in einem Café in Amsterdam saß. Dort war ich hauptsächlich von jüngeren Personen mit ihrem Laptop umgeben; ein ganz gewöhnliches Bild heutzutage. So war es kein Zufall, das eine ganz bestimmte Person dort meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Es handelte sich um eine Dame im höheren Alter, die versunken ihr Sodoku in der Zeitung löste und parallel auf ihrem Ipad arbeitete. Sie hatte etwas faszinierendes an sich, sodass ich glücklicherweise meinen Mut zusammen nahm und sie ganz unverbindlich ansprach. Dies geschah natürlich auf Englisch. Und genau hier beginnt schon die Geschichte. Nach ein paar Floskeln, fragte die Dame mich ganz konkret, warum ich sie denn auf Englisch ansprechen würde, schließlich sei ich ja aus Deutschland. Ob es vielleicht wegen dem zweiten Weltkrieg sei und ich ihr als alte Dame wegen der Sensibiltität nicht zu Nahe treten wolle.

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Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht eine Sekunde über diese Thematik nachgedacht. Für mich schien es ganz natürlich, auf Englisch zu reden. Ich war ja nun im Ausland und mich sonst keiner verstehen würde. Automatisch hatte ich meine Sprache gewechselt, sodass sogar meine Gedanken oftmals nicht mehr in meiner Muttersprache waren. Plötzlich fühlte ich mich nicht mehr wie ich selbst, sondern als ob ich eine Maske aufgesetzt hätte und meine wahre Identität verraten hätte. Doch genau das geschieht heute durch die Globalisierung immer schneller, sodass man es oft gar nicht bemerkt. Es ist selbstverständlich geworden, schließlich leben wir ja in einem globalen Dorf. Alles wird zu Einem und langsam frage ich mich, wer ich denn wirklich bin.

Wir sollten sensibler dafür sein, woher wir kommen und uns dies auch in der heutigen Gesellschaft öfters bewusst machen. Vor allem die jungen Leute, die oft denken, dass sie mit der Vergangenheit unseres Landes nichts mehr zu tun haben, tragen dennoch eine gewisse Verantwortung, die man nicht so schnell vergessen sollte. Aber wir sollten uns nicht dafür schämen woher wir kommen, sondern unsere heutigen Werte vertreten und zu uns selbst stehen. Denn unsere Heimat prägt uns und nur wir können sie in anderen Ländern persönlich vertreten und einen guten Eindruck hinterlassen. Nur so kann man in einer multikulturellen Welt/Stadt leben, ohne sich selbst zu verlieren! Sich selbst und der eignen Herkunft treu bleiben, dass ist es, was am Ende zählt und jeden einzelnen besonders macht.

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